Neulich erzählte mir ein Kunde von einer Nachricht, die er von einem Mitarbeiter erhalten hatte, dem er die Kündigung geben musste. Er hatte mir stolz von dem Kündigungsgespräch erzählt, von dem er glaubte, es sei sehr gut gelaufen und der Mitarbeiter hätte verstanden, dass es nichts persönliches gewesen sei, sondern dass er lediglich den sozialen Auswahlkriterien des Computerprogramms zum Opfer gefallen war. Mein Kunde war froh und dankbar, dass sein Mitarbeiter die Angelegenheit pragmatisch gesehen hatte, denn Kündigungsgespräche gehörten zu dem Schlimmsten, was einer Führungskraft zuzumuten ist. Nicht umsonst hohlen Großkonzerne eigens Spezialisten von aussen, wenn sie Mitarbeiter abbauen müssen/wollen.

Umso erstaunter war mein Kunde, als er von diesem Mitarbeiter eine Nachricht erhielt, die ankündigte, dass er sich gegen die Kündigung wehren würde und die mit folgenden Worten endete:

„Bevor du urteilen willst über mich oder mein Leben, ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg. Durchlaufe die Straßen und Täler. Fühle die Trauer, erlebe den Schmerz und die Freude – und dann erst kannst du urteilen.“

Wie oft urteilen wir spontan über eine Person, eine Situation oder Dinge, die uns fremd oder ungewohnt vorkommen. Das was wir kennen und schätzen wird automatisch – und ohne zu Hinterfragen – als „Gut“ beurteilt. Das Andere ganz automatisch in wenig positive Kategorien einsortiert. Es wird der Zusammenhang ebensowenig reflektiert, wie die Auswirkungen und Beweggründe. Mehr und mehr verkommt unsere Gesellschaft zu Schubladisierern und alles, was aus der Reihe tanzt, bekommt die „Kündigung“ im übertragenen Sinne.

Coaching-Impuls für Sie:

Haben Sie Lust auf ein weiteres Ein-Tages-Experiment, das Sie beliebig auf Ihr Leben ausdehnen können? Dann versuchen Sie, sich immer wieder in die Schuhe Ihres Gegenübers zu stellen. Versuchen Sie zu ergründen, was diesen Menschen bewegt, so und nicht anders zu sein. Versuchen Sie zu spüren, wie es diesem Menschen in diesem Moment gerade wirklich geht – obwohl Sie soeben von ihm oder ihr gehört haben: „Danke, es geht mir gut.“

Ich garantiere Ihnen, Ihr Leben wird sich ändern, wenn Sie vorschnellem Kündigen im Geiste die Kündigung geben!

Mit urteilsfreien Grüßen – Claudia Nuber

Über den Autor: Claudia Nuber

Claudia Nuber ist eine von Deutschlands Coach-Pionierinnen. Weltweit zertifiziert, international arbeitend, akkreditiert für das Gründercoaching Deutschland und gesuchte Sparringspartnerin der Erfolgreichen, lebt sie in Bernau am Chiemsee. Mehr unter www.cnconsult.de

Du musst eingeloggt sein um eine Antwort hinterlassen zu können.

Translate »
%d Bloggern gefällt das: