Liebe Leserinnen und Leser,

seit Längerem bin ich auf einem spannenden internationalen Projekt im Team mit anderen Coaches, das voraussichtlich noch bis Mitte August dauern wird.

Im Rahmen des Zusammenschlusses zweier bisher rivalisierender Großkonzerne geht es darum, die stark unterschiedlichen Unternehmenskulturen zusammenzuführen und unter den Führungskräften ein gemeinsames – und vor allem realisierbares – Führungsverständnis herzustellen. Mit meinen Kollegen und Kolleginnen arbeiten wir, Jede(r) auf ihre/seine Weise an dieser Zielerreichung mit und ich bin dankbar, dass ich von diesem reichen, gemeinsamen Erfahrungsschatz profitieren darf.

Erfahrungen und Wissen teilen ist eine heikle Sache. Vor allem, wenn man die Position vertritt, dass man beim Teilen ärmer wird und die Anderen einem das Selbsterarbeitete klauen können. Wenn man sich aber mal vorstellt, wie viel man erreichen könnte, wenn man ohne diese Denkstruktur und Angst vor Mangel großzügig mit der Gemeinschaft teilen würde? Ich erlebe gerade hautnah, wie schön es ist, in der Freiheit „gemeinsam können wir vieles bewegen“ hocheffizient und effektiv zu sein – und noch dazu nahezu mühelos und geschmeidig. Das Tollste jedoch ist, die Freiheit des Teilens schont die eigene Kraft: Es müssen keine Verteidigungslinien mehr gestärkt und kontrolliert werden. Die beständig laufende, höchst energieintensive „Wer-will-mir-was-Böses“-Radaranlage kann ersatzlos ausgeschaltet werden. Heaven on Earth!

Na ja, nicht ganz, denn es besteht – wie bei jedem Joint-Venture – die Gefahr, dass der eine mehr gibt als der andere, bzw. dass der andere weniger nimmt als der eine. Neben klaren Verträgen braucht es also bei jedem Einzelnen die eigenverantwortliche profit-loss-Rechnung:

Wieviel gebe ich – wieviel bekomme ich – und in welcher Währung wird bezahlt? Neben den Weltwährungen sind auch andere Währungen mit ins Kalkül zu ziehen, zum Beispiel: persönliche und berufliche Wertschätzung, gelebte Vorbildfunktion, kollegialer Austausch, Befriedigung des eigenen Geltungsbedürfnisses und Einzahlen auf das Konto „Ich gebe, damit du gibst“.

Coaching-Impuls für Sie zu Geben und Nehmen:

  • Gehören Sie eher zu den Gebenden oder sind Sie lieber bei den Nehmenden zuhause?
  • Welche Motivation treibt Sie dabei an?
  • Was wäre für Sie anders, wenn Sie – nur für einen Tag – die Seiten wechseln würden?
  • Wie müssten die Dinge beschaffen sein, damit Sie wie tanzend vom Einen in das Andere wechseln könnten, ohne darüber nachzudenken?

Mit nachdenklichen Grüßen freue ich mich auf Ihre Antworten.

Über den Autor: Claudia Nuber

Claudia Nuber ist eine von Deutschlands Coach-Pionierinnen. Weltweit zertifiziert, international arbeitend, akkreditiert für das Gründercoaching Deutschland und gesuchte Sparringspartnerin der Erfolgreichen, lebt sie in Bernau am Chiemsee. Mehr unter www.cnconsult.de

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